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Einleitung

Walther von Dyck, “Einleitung,” in Nova Kepleriana: Wieder aufgefundene Drucke und Handschriften von Johannes Kepler, 4: Die Keplerbriefe auf der Nationalbibliothek und auf der Sternwarte in Paris (Munich: Bayerische Akademie der Wissenschaften, 1927), 5–12, transcribed in Plain Old Text, https://sources.vjbe.net/stable/s7cfd.

Part of Die Keplerbriefe auf der Nationalbibliothek und auf der Sternwarte in Paris

English · German · Both

Source: Walther von Dyck's introduction to Nova Kepleriana 4: Die Keplerbriefe auf der Nationalbibliothek und auf der Sternwarte in Paris, ed. Walther von Dyck and Max Caspar, Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Math.-naturw. Abteilung 31, no. 1 (Munich, 1927), 5–12. It traces Joseph-Nicolas Delisle's collection of Philipp Müller's correspondence from Delisle's purchase of it in 1736, through its theft by Guglielmo Libri and repurchase by the Bibliothèque nationale, and lists every letter in it.

Transcribed from: the page images of the 1927 printing.

Spaced type, used for emphasis and for names, is given in italics; line-end hyphens are rejoined. Von Dyck’s footnotes are given as footnotes. In the list, Kepler’s surviving letters, set in bold in 1927, are in bold, and the missing items, set in italics and square brackets, are in italics and square brackets.

Die auf der Bibliothèque nationale und der Bibliothèque de l’Observatoire zu Paris befindlichen Originale und Abschriften von Briefen Johannes Keplers stammen aus der großen Sammlung von Handschriften und astronomischen Beobachtungen, welche Joseph Nicolas Delisle in den Jahren 1709—1750 als Astronom der Pariser Sternwarte auf seinen Reisen durch Deutschland und während seines Aufenthaltes in Rußland zusammengebracht hat.1 Einen wichtigen Teil dieser Sammlung bilden die von ihm in Danzig erworbenen Beobachtungsjournale und der weit verzweigte Briefwechsel von Hevelius, der noch heute einer genauen Durchforschung harrt.2 Delisle versuchte auch den Nachlaß Keplers zu erhalten, der im Jahre 1708 von den Erben von Hevelius an Hanschius übergegangen war und sich zu jener Zeit, 1736, noch in Wien befand; doch schlugen seine hierauf gerichteten Bemühungen fehl. Dagegen hat er eine sehr interessante, an den Leipziger Arzt und Astronomen Philipp Müller gerichtete Korrespondenz erworben, welche neben Briefen des Chronologen Sethus Calvisius und des Danziger Astronomen Peter Crüger eine Anzahl von Briefen Keplers und weiter solche von Keplers Schwiegersohn Jacob Bartsch enthält. Von einzelnen wichtigeren Briefen wurden damals (wahrscheinlich noch in Deutschland) Abschriften gefertigt und der Sammlung beigegeben.

Nach seiner Rückkunft nach Paris übergab Delisle seine ganze Sammlung astronomischen und geographischen Inhaltes dem Staate gegen eine Leibrente und gegen den Titel eines Astronome de la Marine.

Die Sammlung wurde um das Jahr 1750 dem Dépôt de la Marine einverleibt, von woher die Manuskripte noch heute — soweit er nicht gewaltsam entfernt wurde — einen grünen Stempel — Anker mit drei Lilien und der Umschrift „Dépôt des cart. pl. et journ. de la Marine” — tragen. Im Jahre 1795 verfügte das Comité de Salut public die Überführung der Manuskripte in das neu gegründete Bureau des Longitudes, von wo sie bald darauf der im Entstehen begriffenen Bibliothèque de l’Observatoire de Paris überwiesen wurden.

Als in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts G. Libri seine verheerenden, mit Fälschungen verknüpften Raubzüge durch die Bibliotheken Frankreichs unternahm, hat er auch die Bibliothek der Pariser Sternwarte geplündert. Mit einem Teil der Manuskripte von Hevelius wurden dort auch die Originalbriefe Keplers und ein Teil der Abschriften gestohlen. Einige dieser Stücke, Originalbriefe Keplers und Abschriften kamen mit jener großen Sammlung von Handschriften und Druckwerken, welche Libri im Jahre 1847 heimlich an den Grafen Ashburnham verkauft hat, nach England. Nach dem Tode des Grafen, im Jahre 1878, wurde, da der Sohn die kostbare Bibliothek seines Vaters dem Verkauf unterstellte, die Rückerwerbung der in Frankreich gestohlenen Schätze — außer dem sogenannten „Fonds Libri” handelte es sich noch um die 1849 vom Grafen Ashburnham erworbenen Objekte des Fonds Barrois — von Seiten der Bibliothèque Nationale betrieben. Der Rückkauf beider Sammlungen konnte im Jahre 1888 vollzogen werden.3

Die durch diesen Rückkauf an die Nationalbibliothek gelangten Keplerbriefe sind mit anderen Manuskripten der Sammlung Delisle enthalten im Codex Nr. 1635 der „Nouvelles acquisitions latines”. In der „Correspondance de Hévélius” (Nouvelles acq. lat. Cod. 1639—1642) befindet sich außerdem noch (in Cod. 1640) ein von Hevelius herrührendes „projet d’un recueil des oeuvres posthumes de Kepler”, überschrieben „Opera posthuma praeclarissimi et acutissimi Joh. Kepleri ex bibliotheca Heveliana edenda”, auf das ich im Zusammenhang mit einer Besprechung anderer Verzeichnisse der Keplerhandschriften zurückkommen werde.

Die noch auf dem Observatoire befindlichen Schriftstücke — es sind die Abschriften von fünf Briefen Keplers — sind enthalten in dem Faszikel Nr. 89 des ursprünglichen Delisleschen Verzeichnisses, welches nach der neuen Delaunayschen Katalogisierung vom Jahre 1871 die Bezeichnung trägt

B, 1 9. 89. „Lettres de Sethus Calvisius, Jean Kepler etc. 1612—1635. Lettres écrites à G. Kirch 1674—1709. 1 portef. in Fo.”4

Stellt man nun die auf der Bibliothèque Nationale und die auf dem Observatoire befindlichen Briefe Keplers zusammen, so ergibt sich, daß bis auf eine einzige Lücke von allen ursprünglich von Delisle erworbenen Keplerbriefen entweder die Originale oder doch Abschriften noch vorhanden sind.

Von den seinerzeit im Faszikel 89 von Delisle vereinigten Briefen bilden nämlich die je mit besonderen Umschlägen versehenen Teile

89, 5; 89, 10; 89, 7; 89, 8 und 89, 9

eben jene an Philipp Müller gerichtete Korrespondenz, welche Delisle in Deutschland erworben hatte.5

Diese Korrespondenz trägt eine augenscheinlich vor der Erwerbung durch Delisle angebrachte Numerierung 1, 2, 3 … 50 unten in der Mitte der Vorderseite eines jeden Briefes. Neben dieser tragen die Briefe und Umschläge noch die von Delisle (links unten auf der Vorderseite eines jeden Stückes) angebrachte Signatur, nämlich die den Teilbezeichnungen 89, 5; 89, 10 usw. zugefügten Buchstaben A (je für den Umschlag), B, C … Dabei sind den in die Nummern 89, 7 und 89, 8 eingeordneten Keplerbriefen jedesmal noch die hiezu gefertigten Abschriften angereiht; die übrigen Briefe sind nur im Original vorhanden. Da überdies auf jedem Umschlag Absender und Empfänger der einzelnen Briefe sowie die Zahl der eingeordneten Stücke vermerkt ist, läßt sich das Verzeichnis der ursprünglich und gegenwärtig vorhandenen Briefe und Abschriften aufstellen, aus welchem sich auf die Vollständigkeit der Briefe Keplers schließen läßt.

Es ergibt sich das folgende nach der ursprünglichen Numerierung 1, 2 … angeordnete:

Verzeichnis der um 1736 von Delisle erworbenen Sammlung von Briefen an Philipp Müller, Med. Lic. und Professor an der Universität Leipzig aus den Jahren 1612—1635.6

89, 5. „Lettre de Sethus Calvisius de Leipzic, le 5 mars 1612 à l’academie de Leipzic. Deux pièces cottées compris l’envelope.”
Original auf der Bibliothèque de l’Observatoire.

89, 5. A. Umschlag.
89, 5. B. 1. Brief von Sethus Calvisius, die Kalenderfrage betreffend.

89, 10. „Lettres de Jac. Bartschius à Philippe Müller. Les années 1629, 1630 et 1632.”
„Neuf pièces cottées, compris l’envelope.”
Originale, sämtlich auf der Bibliothèque de l’Observatoire.

89, 10. A. Umschlag.
89, 10. B. 2. Brief von J. Bartsch an Ph. Müller. dat. Lauban, 30. April 1629.
89, 10. C. 3. Brief von J. Bartsch an Ph. Müller. dat. Lauban, 29. Juli/8. August 1629.
89, 10. D. 4. Desgl. dat. Lauban, 9./19. Januar 1630.
89, 10. E. 6. [!]7 Desgl. dat. Sagan, 7./17. November 1630.
89, 10. F. 7. Desgl. dat. Sagan, 3. Januar 1631.
89, 10. G. 8. Desgl. dat. Lauban, 5. Mai 1631.
89, 10. H. 9. Desgl. dat. Lauban, 19./29. Juni 1631.
89, 10. J. 11. [!] Desgl. Ohne Ortsbezeichnung, dat. 3. Sept. nov. 1631.

89, 7. „Lettre de Jean Kepler à Jean Seussius, secretaire de l’electeur de Saxe, du mois Juillet 1622.”
„it. Une autre lettre de Kepler sans datte n’étant pas non plus marquée à qui elle est addressée avec une copie des mesmes.”
„Cinq pièces cottées, compris l’envelope.”
Originale und Abschriften, bis auf den im Observatoire zurückgebliebenen Umschlag (A) sämtlich auf der Bibliothèque Nationale.

89, 7. A. Umschlag mit der vorstehenden Überschrift.
89, 7. B. 12. Brief von J. Kepler an J. Seussius. Ohne Ortsbezeichnung, dat. 1. Juli 1622. Original Nouv. acqu. lat. Cod. 1635. Fol. 92, 93.
89, 7. C. 13. Brief von J. Kepler [an Ph. Müller]. Angabe des Adressaten, Orts- und Zeitangaben fehlen. Original Nouv. acqu. lat. Cod. 1635. Fol. 102. 103.
89, 7. C. 14. „Postscripta [zum vorigen Brief]“. Angabe des Adressaten, Orts- und Zeit-Angaben fehlen. Original Nouv. acqu. lat. Cod. 1635. Fol. 104.
89, 7. D. Abschrift des Briefes an Seussius. B. 12. Nouv. acqu. lat. Cod. 1635. Fol. 94, 95.
89, 7. E. Abschrift der „Postscripta”. C. 14. Nouv. acqu. lat. Cod. 1635. Fol. 105—108.

Der an Seussius gerichtete Brief B. 12 ist bisher noch nicht veröffentlicht. Der Brief C. 13 ist bekannt aus einem Konzept von Keplers Hand, welches sich im ersten Band der auf der Sternwarte in Pulkowa aufbewahrten Keplermanuskripte befindet. Nach diesem Manuskript hat Hanschius den Brief in seiner Sammlung „J. Keppleri aliorumque Epistolae mutuae” S. 698—704 aufgenommen.8 Er ist an Philipp Müller gerichtet und die Antwort auf einen Brief Ph. Müllers aus Leipzig, 3. August 1622 datiert — abgedruckt in den Epistolae mutuae S. 695—698. Der in diesen beiden Schreiben erwähnte Brief an Seussius ist eben der obige vom 1. Juli 1622 datierteThe letter itself is dated Idibus Iuliis, the Ides of July: 15 July 1622. Brief B. 12. In der Pariser Handschrift des Briefes von Kepler an Ph. Müller fehlen einige Sätze des bei Hanschius abgedruckten Textes, sowie die Schlußseiten — etwa die Hälfte des Briefes. Um das Fehlen der Schlußseite zu verdecken, ist auf der letzten noch vorhandenen Seite (Fol. 103 in der Numerierung des Codex) von fremder Hand (durch Libri?) das Anfangswort „Abrahamo” der auf der folgenden Seite des Manuskripts (Fol. 104 des Codex) angereihten „Postscripta” als Leitwort unten angefügt worden.

89, 8. „Lettres de Jean Kepler à Philippe Müller. Les années 1629 et 1630.”
„Avec la copie de la plupart.”
„Quinze pièces cottées, compris l’envelope.”

89, 8. A. Umschlag, die vorstehende Überschrift tragend. Bibl. Nat. Nouv. acqu. lat. Cod. 1635. Fol. 91.
[89, 8. B. 15. Brief von J. Kepler an Ph. Müller. dat. Sagan, 17./27. Oktober 1629. Fehlt im Original.]
[89, 8. C. 16. Desgl. dat. Sagan, 13./23. November 1629. Fehlt im Original.]
[89, 8. D. 17. Desgl. dat. Sagan, 4. Januar 1630. Fehlt im Original.]
[89, 8. E. 18. Desgl. dat. Sagan, 16./26. Januar 1630. Fehlt im Original.]
89, 8. F. 19. Brief von J. Kepler an Ph. Müller. dat. Sagan, 27. Februar 1630. Original Bibl. Nat. Nouv. acqu. lat. Cod. 1635. Fol. 98.
[89, 8. G. 20. Desgl. dat. Sagan, 22. April 1630. Fehlt im Original.]
89, 8. H. 21. Brief von J. Kepler an Ph. Müller. dat. Sagan, 26. August 1630. Original Bibl. Nat. Nouv. acqu. lat. Cod. 1635. Fol. 100. 101.
[89, 8. J. 22. Desgl. dat. Lauban, 2. September 1630. Fehlt im Original.]
89, 8. K. Abschrift von B. 15. Bibliothèque de l’Observatoire.
89, 8. L. Abschriften von C. 16; H. 21; J. 22. Ebenda.
89, 8. M. Abschrift von D. 17. Ebenda.
89, 8. N. Abschrift von E. 18. Bibl. Nat. Nouv. acqu. lat. Cod. 1635. Fol. 96.
89, 8. O. Abschrift von F. 19. Ebenda Fol. 97.
89, 8. P. Abschrift von G. 20. Ebenda Fol. 99.

89, 9. „Lettres de Petrus Crugerus à Philippe Müller. Les années 1620—1635.”
„Vingt-huit pièces cottées, compris l’envelope.”

Diese Briefe tragen die Nummern der ursprünglichen Anordnung 24—50. Von Delisle haben sie die Signaturen 89, 8. A. (Umschlag), 89, 9. BSic. Read 89, 9. A.: the Crüger letters' cover. bis 89, 9 Z (unter Weglassung von V, dann von 89, 9. Aa bis 89, 9. Dd) erhalten. Die Reihe ist bis auf die Nummer 43 (zwischen September 1632 und Februar 1633) vollständig. Zwischen den beiden Briefserien 89, 8 und 89, 9 fehlt die Nummer 23, von der ich keine Spur im ganzen Faszikel B. 1, 9 der Bibliothek der Sternwarte habe finden können.

Die Briefsammlung von Delisle enthält sonach in Originalen bezw. Abschriften 10 Briefe von Kepler.

Die in Original und Abschrift vorhandenen, an Seussius und Ph. Müller gerichteten Briefe B. 12 und C. 14 hängen zeitlich und inhaltlich zusammen und ergänzen den schon aus Hanschius bekannten, in der Pariser Handschrift nur im Bruchstück vorhandenen Brief C. 13.

Die übrigen 8 an Philipp Müller gerichteten Briefe aus den Jahren 1629 und 1630, von denen zwei in Original und Abschrift, die übrigen nur in Abschrift vorhanden sind, stehen gleichfalls untereinander in Zusammenhang und bilden wahrscheinlich eine ununterbrochene Reihe. In diese fügen sich inhaltlich auch einzelne Briefe von Jac. Bartsch an Ph. Müller ein; sie gehen aber über das Todesjahr Keplers (November 1630) noch hinaus. Wir geben sie, ebenso wie einzelne Briefe von P. Crüger an Ph. Müller im folgenden Anhang (C, I) auszugsweise wieder, soweit sie sich auf Kepler beziehen.

Endlich fügen wir, ebenfalls im Auszug, noch einen bisher nicht veröffentlichten Brief an, welchen J. Bartsch im Herbst des Jahres 1628 an Kepler gerichtet und seiner „Ephemeris nova Tychonico-Kepleriana” vom Jahre 1629 (Lipsiae 1629) vorangestellt hat. Die Antwort auf diesen Brief hat Kepler der Neuausgabe dieser Ephemeriden (Sagan 1629) vorgesetzt. Sie ist in den Opera, Bd. VII S. 581 ff. abgedruckt. Beide Briefe vervollständigen das Bild, das sich aus unseren acht an Ph. Müller gerichteten Briefen ergibt über die Verhältnisse, in denen sich Kepler in seinen letzten Lebensjahren befand.


  1. Ich folge hier den Angaben des von M. G. Bigourdan aufgenommenen „Inventaire général et sommaire des manuscripts de la bibliothèque de l’observatoire de Paris”, Annales de l’observatoire de Paris, Mémoires, tome 21, 1895.↩︎

  2. Auszüge aus diesen Briefen, aus der Zeit von 1644—1681, hat Johannes Ericus Olhoff zu Danzig unter dem Titel „Excerpta ex Literis illustrium et clarissimorum virorum ad nob. ampl. et consult. Dn. Johannem Hevelium cons. Gedanentem perscriptis. Gedani 1683” herausgegeben. Sie schildern u. a. den Anteil der Gelehrtenwelt an dem Brande, der im September 1679 das Haus mit dem Observatorium und der Bibliothek des Hevelius in Danzig zerstörte, aus dem dieser aber „simul Aeneas” u. a. seine Beobachtungsjournale, den Briefwechsel und die Manuskripte von Kepler gerettet hatte. Der Briefwechsel von Hevelius soll damals 15 Folianten umfaßt haben. Auch im Inventaire von Bigourdan sind 15 Bände aufgeführt, deren Inhalt (s. das Folgende S. 7) sich jetzt zum Teil in der Bibliothèque Nationale befindet.↩︎

  3. Die wechselvolle Geschichte der Rückkaufsverhandlungen ist dargelegt von dem Generaladministrator der Nationalbibliothek Léopold Delisle in einem Bericht an den französischen Unterrichtsminister vom Jahre 1883 „Les manuscripts du Comte d’Ashburnham” (Paris, Imprimerie Nationale) und in dem von Delisle verfaßten „Catalogue des manuscripts des fonds Libri et Barrois” Paris 1888. Man sehe auch den Aufsatz von P. de Lagarde „Die Handschriftensammlung des Grafen von Ashburnham” in den Göttinger Nachrichten vom 15. Januar 1884. Im Laufe der Verhandlungen, bei denen es sich im besonderen um die Aufbringung von Mitteln für den Rückkauf handelte, ist bekanntlich durch Vermittelung des Straßburger Buchhändlers Trübner und durch das Eintreten Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich III. die Manessesche Liederhandschrift für die Heidelberger Bibliothek wieder erworben worden.↩︎

  4. Inventaire général et sommaire de G. Bigourdan, a. a. O. Seite F. 15.↩︎

  5. Die übrigen Teile des Faszikels 89 gehören zu dem von Delisle erworbenen Nachlaß des Astronomen Gottfried Kirch und enthalten Briefe von Eimmart, Flamstead, C. G. Hecker, J. H. Hoffmann, U. Junius, G. Kirch, P. A. A. Kochanski, Roemer, E. Tschirnhausen, J. G. Töllner. Die vorangehenden Faszikel Nr. 77—88 (B, 2. 13—16 und B, 3. 1—8) umfassen die Beobachtungsjournale und astronomischen Arbeiten von G. Kirch aus den Jahren 1674—1710.

    Die eingangs erwähnte Korrespondenz von Hevelius ist, soweit noch auf der Sternwarte vorhanden, dort, in 15 Bänden und einem Faszikel, unter C, 1. 1—16, das Verzeichnis seiner Büchersammlung unter C, 2. 5 eingereiht. Ergänzt wird diese Briefsammlung durch die von der Nationalbibliothek aus dem Nachlaß Ashburnham zurückgekaufte, im Cod. 1639—1642 enthaltene Sammlung.↩︎

  6. Wir geben hier die von Delisle auf den einzelnen Umschlägen eingetragenen Überschriften wieder und im einzelnen die Delislesche Signierung (89, 5. A, B usw.) und die ursprüngliche Numerierung (1, 2 …). Fehlende Stücke sind in [Kursivschrift] eingetragen und eingeklammert. Die im Original oder Abschrift vorhandenen Briefe Keplers sind durch Fettdruck hervorgehoben.↩︎

  7. Die Nummern 5 und 10 fehlen. Da aber die Buchstabenbezeichnung fortläuft, müssen sie schon vor der Anlegung des Delisleschen Verzeichnisses gefehlt haben.↩︎

  8. Diese Briefsammlung wird im folgenden kurz mit „Epistolae” zitiert; die von Frisch besorgte Gesamtausgabe der Werke mit „Opera”.↩︎